Prof. Dr. I. De Florio
Universität Kassel
 
E-Learning Romanistik (ELROM)

 


E-Learning in der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung Romanistik (ELROM)


ELROM oder: Warum ein computergestütztes Lehrangebot in der Romanistik/ Fremdsprachenlehr- und -lernforschung?

Seit dem SS 2003 biete ich meine Lehre computergestützt bzw. in Form von E-Learning an.

Bekanntlich ist Fremdsprachenlernen – wie Lernen überhaupt – ein aktiver, individueller Prozess, der von außen nur bedingt gesteuert werden kann. Über die Anbahnung sprachlicher und kulturbezogener Kenntnisse sowie die Ausbildung von Sprachbewusstheit und Interkulturalität hinaus haben Lehrkräfte die Aufgabe, die Schüler/innen – soweit die Rahmenbedingungen es gestatten - auf selbstständiges Lernen vorzubereiten. Nur wenn Lernende in der Lage sind, sich selbständig Ziele zu setzen, Inhalte und Themen auszuwählen, geeignete Methoden in Form von Printmedien und/oder sonstigen medialen Angeboten zu nutzen und ihre Lernfortschritte von Zeit zu Zeit zu überprüfen, sind sie auf lebensbegleitendes Fremdsprachenlernen vorbereitet.

Wie aber können Studierende diese Aufgabe erfüllen, wenn sie während ihrer Ausbildung an der Hochschule keine Erfahrungen mit dem autonomen Lernen sammeln? Daher lade ich unsere Studierenden ein, in einem oder mehreren Seminaren der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung weitgehend selbsttätig und eigenverantwortlich zu forschen und zu lernen. Außerdem haben sie durch computergestützte Lehrangebote Gelegenheit, ihre Methodenkompetenz in Bezug auf Informations- und Kommunikationstechnologien zu verbessern. Dabei sind die Studierenden nicht auf sich selbst gestellt. Vielmehr erhalten sie Anregungen und Feedback.

Viele Hochschulen bieten bereits E-Learning an. Meist handelt es sich dabei um eine Kombination von Präsenzlehre und der Nutzung von Informations- und Kommunikationsmedien. E-Learning basiert für mich auf mindestens vier Elementen:
1. Multimedia-Technologie (Integration von Materialien aus verschiedenen Quellen zu einem neuen Medienprodukt)
2. Selbstbestimmtes und interaktives Lernen
3. Persönliches Tutoring (durch die Lehrenden)
4. Nutzung von elektronischen Daten- und Kommunikationsnetzen (zum Kontakt mit den Dozent/innen und vor allem den Mitstudierenden)

Bei unserem ELROM-Projekt handelt es sich um eine spezielle Form des blended learning. Die gesamte Lehre (Basistexte, Literaturangaben und Aufgaben) ist im Internet (https://moodle.uni-kassel.de) zu finden. Die Studierenden arbeiten in face-to-face Kleingruppen, reichen ihre Erarbeitungen über die Lernplattform ein und erhalten ein individuelles Feedback per E-Mail. Zusätzlich gibt es Präsenzveranstaltungen, die – neben dem Austausch über die computergestützten Lerneinheiten – hauptsächlich der Präsentation von Unterrichtsvorschlägen dienen.

Publikationen:

De Florio-Hansen, Inez (2004): „Auf dem Weg zum E-Learning. Erfahrungsbericht über ein computergestütztes Lehrangebot in der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung.“ In: Fremdsprachen und Hochschule 70, 7-40.

De Florio-Hansen, Inez (2006): „Online vs. onsite learning? Insights into computer-based university courses in foreign language pedagogy“. In: Fremdsprachen und Hochschule: erscheint

Weitere Publikationen, insbesondere zur Methoden- und Medienkompetenz („Medienzertifikat“) siehe Website:

http://www.uni-kassel.de/~deflorio
 


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