Prof. Dr. I. De Florio
Universität Kassel
 
Romanistik/Fremdsprachenlehr- und -lernforschung

 

Die Fremdsprachenlehr- und -lernforschung untersucht auf der Grundlage eines lernerbezogenen, empirischen, interdisziplinär-integrativen Forschungsansatzes die Bedingungen und Möglichkeiten des Lernens und Lehrens von Fremd-/Zweitsprachen einschließlich des Erwerbs sprachlicher Handlungsfähigkeit.

Neben einem gut ausgebauten Angebot in der Didaktik der französischen Sprache und Literatur sowie einem im Aufbau befindlichen Angebot in der Didaktik des Italienischen und Spanischen weist die Romanistik / Fremdsprachenlehr- und -lernforschung weitere Besonderheiten auf:

Die Studierenden haben Gelegenheit, die wichtigsten Methoden zur Erforschung des Fremdsprachenlernens und -lehrens kennenzulernen und in eigenen empirischen Projekten anzuwenden. Die Vermittlung dieser Methodenkompetenz entspricht nicht nur der wissenschaftlichen Ausrichtung der Fremdsprachenlehr- und -lernforschung, sondern erfüllt wichtige Forderungen, die an eine zeitgemäße Lehrerausbildung gestellt werden. Aufgrund der veränderten Anforderungen an den Fremdsprachenunterricht müssen Lehrende im Rahmen eines lebenslangen Lernens in der Lage sein, ihren Unterricht selbst zu evaluieren und einen entscheidenden Beitrag zur eigenen Fort- und Weiterbildung zu leisten (action research, reflective teaching). Forschungskooperationen, an denen Lehrkräfte als Forschende beteiligt sind, gewinnen zunehmend an Bedeutung (teacher as researcher).

Um den Praxisbezug über die Schulpraktischen Studien hinaus zu verstärken, wurde im Jahre 1998 von der Romanistik/Fremdsprachenlehr- und -lernforschung die Fortbildung für Fremdsprachenlehrer/innen an der Universität Kassel  initiiert. Diese Initiative bietet Studierenden die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit Fremdsprachenlehrenden verschiedener Schulformen und Institutionen, mit Referendar/innen und Fachleitern sowie mit Experten aus dem Bereich der Lehrerfort- und -weiterbildung. Die Veranstaltungen, die zwei- bis dreimal pro Semester stattfinden, sind in der Regel sprachübergreifend organisiert und beschäftigen sich mit aktuellen Themen der Fremdsprachendidaktik und der Fremdsprachenforschung.

Eine weitere Besonderheit stellt die Lernwerkstatt Romanistik/Fremdsprachenlehr- und -lernforschung dar: Um Fremdsprachenlehrer/innen auf ihre zahlreichen Rollen, insbesondere die des Lernberaters und -begleiters, vorzubereiten, müssen Studierende Formen des selbstbestimmten Lernens erproben. Angeleitetes Selbststudium, Projektstudien und insbesondere der Erwerb bzw. Ausbau von Medienkompetenz sind zentrale Aufgabenfelder der Lernwerkstatt. In die Aktivitäten der Lernwerkstatt sind auch die Studierenden der Magisterstudiengänge sowie diejenigen des Diplomstudiengangs „Berufsbezogene Fremdsprachenausbildung“ im Rahmen der Schwerpunkte „erwachsenengerechtes Fremdsprachenlernen“ und „Interkulturelle Kommunikation“ einbezogen.

Um der besonderen Rolle der Neuen Technologien für das Fremdsprachenlernen innerhalb und außerhalb unterrichtlicher Angebote gerecht zu werden, können die Studierenden der Romanistik als Zusatzqualifikation das Zertifikat „Medienkompetenz - Fremdsprachenlehren und –lernen“ (romanische Sprachen) erwerben. Die Erweiterung dieses Angebots in einen Zusatzstudiengang, der auch Studierenden bzw. Absolvent/innen anderer Hochschulen sowie Fremdsprachenlehrenden im Dienst offensteht, ist geplant.

 

Publikationen
 

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