Anregungen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

seit der Jahrtausendwende haben sich meine Forschungsschwerpunkte deutlich erweitert, nämlich hin zu Unterricht auf wissenschaftlicher Grundlage sowie zur Berücksichtigung von erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen als Ergänzung zu fremdsprachendidaktischen Überlegungen.

Zu diesen Schwerpunkten habe ich zwischen 2014 und 2017 sechs Publikationen vorgelegt, die ich unten erläutere. Im April 2018 wird meine Einführung in die Englisch-Didaktik Teaching and Learning English in the Digital Age erscheinen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre meiner im Folgenden beschriebenen Veröffentlichungen.

Cordiali saluti
Inez De Florio-Hansen

teaching and learning english in the digital age

First of all, teaching and learning English in the digital age means using digital tools in TEFL classrooms. This introduction exemplifies how to implement them in a meaningful way in combination with reliable methods.

A further important aspect of digitization is teaching and learning about media. Teachers have to create and deploy opportunities that allow students to develop a critical stance toward media in general and digital media in particular.

This introduction to TEFL shows that the rapidly increasing influences of digitization lead to more internationalized and globalized science-based approaches to teaching and learning English. In this perspective, digitization offers an opportunity to rethink and reshape didactic concepts.

» PPT Presentations in the classroom

Unterrichtseinheiten Englisch

Unterrichtseinheiten FranzoesischDamit Fremdsprachenlehrerinnen und –lehrer den bildungspolitischen Anforderungen noch besser gerecht werden und dabei gleichzeitig hilfreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen  folgen können, habe ich im NARR Verlag eine neue Reihe initiiert, nämlich narr Praxisbücher – Fremdsprachenunterricht konkret. Sie erleichtern Fremdsprachenlehrkräften die Unterrichtsarbeit, ohne ihre Eigenständigkeit und die der Lernenden einzuschränken. Jeder Band enthält – über kurze einleitende Bemerkungen hinaus –ausgearbeitete Unterrichtseinheiten mit Arbeitsblättern (auch im Download) sowie Hinweisen, Anregungen und Lösungen. Diese Einheiten folgen den Anforderungen der Bildungspolitik ebenso wie den neuesten Forschungsergebnissen (siehe Beiträge zur Fremdsprachenvermittlung bzf: 58/2016: Eine neue Reihe stellt sich vor).

Es geht mir aber nicht einfach darum, in Nachahmung der einschlägigen Fachzeitschriften Unterrichtsvorschläge zwischen zwei Buchdeckeln anzubieten. Vielmehr zeige ich, wie man Englisch- bzw. Französischunterricht gestalten kann, der von den intendierten Kompetenzen und eben nicht von einer zündenden inhaltlichen Idee ausgeht. Dass allgemeine Erziehungsziele und die Ziele fremdsprachlicher Bildung auf längere Sicht den Vorrang vor Inhalten und Themen haben müssen, ist hinlänglich bekannt. Dennoch wird diese Erkenntnis nur selten umgesetzt. In beiden Bänden (und allen weiteren der von mir herausgegebenen Reihe) gehe ich daher in einer wenige Seiten umfassenden Einführung auf die Konzeption und die Unterrichtsplanung auf der Grundlage des MET (Model of Effective Teaching) sowie auf Lehrstrategien und -techniken ein. Außerdem biete ich die Unterrichtseinheiten nicht nur als Anregung für praktizierende Lehrpersonen, sondern auch für angehende Fremdsprachenlehrkräfte als Diskussionsgrundlage in der ersten und zweiten Phase der Ausbildung an (nähere Einzelheiten finden Sie in meinem Beitrag in Zeitschrift für Romanische Sprachen und ihre Didaktik, ZRomSD 2018/2).
 
pdfFlyer1.18 MB   pdfMET: The Four Ds.pdf32.63 KB

bridging the gap

Seit der Jahrtausendwende sind aufgrund wissenschaftlicher Studien (z. B. Marzano 1998, Wellenreuther 92018, Hattie 2009) die Ergebnisse quantitativer und insbesondere experimenteller Forschung auch für den Fremdsprachenunterricht zunehmend wichtiger geworden. Qualitative Untersuchungen werden dadurch keineswegs hinfällig, aber es erweist sich als hilfreich, zusätzlich auch evidenzbasierte Resultate in die Planung und Gestaltung von Fremdsprachenunterricht einzubeziehen. Dabei bietet es sich an, den Blick auf die Ausprägungen verschiedener Schulfächer zu richten. Bereits in meiner Veröffentlichung von 2014 Lernwirksamer Unterricht (siehe unten) erweitere ich den Blick auf mehrere Fächer. In ähnlicher Absicht habe ich im Jahr 2016 in englischer Sprache bei Cambridge University Press ein Buch vorgelegt, das neuere und neueste Tendenzen der Pädagogischen Psychologie (Educational Psychology) auslotet: Effective Teaching and Successful Learning. Bridging the Gap between Research and Practice. Es erhebt den Anspruch, Lehrpersonen in aller Welt, die sich um eine zeitgemäße Ausrichtung ihres Unterrichts bemühen, die wichtigsten Erkenntnisse in leserfreundlicher Form mit praxisnahen Beispielen und Aufgaben am Ende jedes Kapitels (Review, Reflect, Practice) näherzubringen. Selbstverständlich ist der Band auch für Studierende (undergraduate and graduate courses) geeignet.

pdfFlyer399.93 KB  
Link: www.cambridge.org;  Academic Books, Inez De Florio (Video)   pdfTeacher Autonomy52.78 KB

 

Cover2014Dass es – trotz einschlägiger evidenzbasierter Forschungsresultate in erster Linie auf die Lehrperson, die beteiligten Schülerinnen und Schülern und den speziellen Lernkontext ankommt, habe ich bereits in meinem im Jahre 2014 erschienenen Buch Lernwirksamer Unterricht. Eine praxisorientierte Anleitung (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, WBG) unterstrichen.

Link: http://www.wbg-wissenverbindet.de/shop/de/wbg/lernwirksamer-unterricht-1006026-001 (letzter Zugriff Juli 2016)

 

 

FremdsprachenunterrichtIn meiner Publikation Fremdsprachenunterricht lernwirksam gestalten. Mit Beispielen für Englisch, Französisch und Spanisch (2014; Tübingen: Narr, narr studienbücher) finden Sie Unterrichtsanregungen, die Sie ohne besonderen Aufwand für die eigene Unterrichtspraxis übernehmen bzw. adaptieren können. Wie in allen meinen Publikationen lehne ich es ab, die Ergebnisse empirischer, insbesondere experimenteller, Forschung als einzige Entscheidungshilfe bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht zu betrachten. Daher übe ich an der Hattie-Studie (2009; 2012) wegen ihrer Oberflächlichkeit und Ausschließlichkeit Kritik. Hinzu kommt, dass sich die meisten Forscherinnen und Forscher mit evidenzbasierter Ausrichtung nicht auf das Lehren und Lernen von Fremdsprachen beziehen.

Zudem stammt Ausdruck Visible Learning, der inzwischen untrennbar mit John Hattie verbunden ist, keineswegs von ihm selbst. Bereits Anfang des Jahrtausends hat Howard Gardner in Zusammenarbeit mit norditalienischen Schulbehörden ein Buch mit dem Titel Making Learning Visible veröffentlicht (2001 und öfter). Da Lernprozesse nicht sichtbar sind, sondern sich in den Ergebnissen manifestieren, habe ich für visible in meinen Publikationen den Terminus ‚lernwirksam‘ gewählt. Den Weg zum erfolgreichen Fremdsprachenlernen durch effektives Lehren erläutere ich anhand des MET (Model of Effective Teaching), welches 30 (alternative) Unterrichtsschritte von der Planung über den Einstieg, von der Darbietung bis zum Üben und vom kontinuierlichen Feedback bis hin zu Lernkontrollen umfasst.

pdfMET (Model of Effective Teaching) (dtsch.)15.22 KB

Standards, Kompetenzen und fremdsprachliche BildungDie Unterrichtseinheiten Englisch für die Praxis (2016) sowie Unterrichtseinheiten Französisch für die Praxis (2017) bauen u. a. auch auf meiner Mitte 2015 veröffentlichten kritischen Auseinandersetzung mit den KMK-Bildungsstandards und der sogenannten Kompetenzorientierung auf:
De Florio-Hansen, I. (2015): Standards, Kompetenzen und fremdsprachliche Bildung. Beispiele für den Englisch- und Französischunterricht. Tübingen: Narr (narr studienbücher).

In diesem Buch stelle ich die Entwicklung der Bildungspolitik ausgehend von PISA, DESI und dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen ausführlich dar. Dabei gehe ich nur am Rande auf das ein, was in deutschsprachigen Ländern zu Standards und Kompetenzen ausgeführt wurde (in der Annahme, dass die entsprechenden Publikationen hinlänglich bekannt sind).

Im Rahmen der Internationalisierung von Bildung und Erziehung (vgl. Hattie 2009; 2012) geht es mir vorrangig darum, über den Tellerrand hinauszublicken und die nationale Ebene zu verlassen. Darum bemühe ich mich auch deshalb, weil Wissenschaftler und Didaktiker sich meist nur dann auf die einschlägige internationale Literatur beziehen, wenn sie Ihre Positionen stützt. In Standards, Kompetenzen und fremdsprachliche Bildung gebe ich eine ausführliche Darstellung auf internationaler, wissenschaftsorientierter Grundlage. Dabei stehen die englischsprachigen Länder im Mittelpunkt, weil es dort den Fokus auf den Outcome schon seit über 30 Jahren gibt.

Ich stelle die genannten Aspekte zwar kritisch dar, bemühe mich aber, konstruktiv zu bleiben, denn Lehrpersonen müssen die Orientierung an Standards und Kompetenzen sinnvoll umsetzen. Ich wünsche mir, dass sie durch die Lektüre meiner Bücher darin bestärkt werden, den bildungspolitischen Vorgaben nicht einfach zu folgen, sondern diese kritisch und gelassen als das zu nehmen, was sie sind: ein eingeschränkt tauglicher Versuch des Staates, Bildung und Erziehung zu reglementieren.

Meine Kritik beschränkt sich aber nicht auf die Auswirkungen, welche die bildungspolitischen Vorgaben auf alle Lehrpersonen haben. Meine besondere Aufmerksamkeit gilt der Lehrerbildung. Mit Vorbedacht habe ich keine Vorschläge gewählt, die als Musterlösungen gelten können. Die Beispiele stammen aus der realen Praxis von angehenden Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrern, die die Ausbildung an verschiedenen Schulformen durchlaufen haben. Der Unterricht hat also tatsächlich auf der Grundlage der Lehrprobenentwürfe (vgl. z. B. S. 107; 111; 114; 122; 126; 138; 144; 177, 183) stattgefunden. Die Unterrichtsbeispiele zeigen, dass es etwas anderes ist, Unterricht mit Blick auf die jeweilige Fachleitung zu planen und durchzuführen oder aber die Lernenden in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Damit möchte ich Auszubildenden den Rücken stärken. Ich hoffe, der überspitzte fiktive Dialog zwischen einem Lehrer im Vorbereitungsdienst und seinem Mentor liefert die passenden Denkanstöße (vgl. S. 68 f.).

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